Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Technologien und Systeme, die Aufgaben ausführen können, die üblicherweise menschliche Intelligenz erfordern. Dazu gehören beispielsweise das Erkennen von Mustern, die Verarbeitung natürlicher Sprache, das Treffen von Entscheidungen, die Analyse großer Datenmengen oder die Erstellung von Texten, Bildern und anderen Inhalten.
In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von KI in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen stark zugenommen. Auch kirchliche Einrichtungen setzen zunehmend KI-gestützte Anwendungen ein, etwa zur Dokumentenanalyse, Terminplanung, Texterstellung, Datenverwaltung oder zur Unterstützung administrativer Prozesse. Der Einsatz solcher Systeme kann Arbeitsabläufe effizienter gestalten, wirft jedoch zugleich datenschutzrechtliche und ethische Fragen auf.
Rechtliche Grundlagen
Für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im kirchlichen Bereich gelten die Vorgaben des Gesetzes über den Kirchlichen Datenschutz (KDG), sofern personenbezogene Daten verarbeitet werden. Maßgeblich sind insbesondere die Grundsätze der Rechtmäßigkeit, Transparenz, Zweckbindung, Datenminimierung und Datensicherheit.
Werden personenbezogene Daten durch KI-Systeme verarbeitet, muss die Verarbeitung auf einer zulässigen Rechtsgrundlage beruhen. Zudem sind die Betroffenen über die Datenverarbeitung zu informieren. Besondere Anforderungen können sich ergeben, wenn automatisierte Entscheidungen getroffen oder sensible personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Darüber hinaus gewinnt die europäische Regulierung von KI-Systemen zunehmend an Bedeutung. Der europäische AI Act schafft einen risikobasierten Rechtsrahmen für die Entwicklung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz innerhalb der Europäischen Union. Auch kirchliche Einrichtungen sollten die Anforderungen dieser Regelungen bei der Einführung und Nutzung von KI-Anwendungen berücksichtigen.
Bedeutung in der Praxis
Künstliche Intelligenz kann kirchliche Einrichtungen bei zahlreichen Aufgaben unterstützen. Beispiele sind:
- Erstellung und Überarbeitung von Texten
- Auswertung großer Dokumentenbestände
- Unterstützung bei Recherchen
- Automatisierung von Verwaltungsprozessen
- Analyse von Daten und Statistiken
- Unterstützung im Kunden- und Bürgerservice durch Chatbots
Vor dem Einsatz einer KI-Anwendung sollte jedoch geprüft werden, welche Daten verarbeitet werden und ob dabei personenbezogene Informationen an externe Anbieter übermittelt werden. Insbesondere bei cloudbasierten KI-Diensten besteht die Gefahr, dass vertrauliche oder schützenswerte Daten außerhalb der eigenen Organisation verarbeitet werden.